Hallo Josef,
das ist in der Tat ein ärgerliches Detail, dass Toyota hier bei ansonsten fast identischen Grunddaten (Lochkreis 5x114,3 und Nabenbohrung 60,1 mm) den Wechsel von M12-Bolzen/Muttern auf M14-Schrauben vollzogen hat.
Um deine Frage direkt zu beantworten: Es gibt technisch keine sichere und seriöse Lösung, um eine für M12 ausgelegte Felge (die zudem eine spezifische Zentrierung über den "Zentrierkranz" / Flachbund besitzt) auf einer M14-Nabe zu montieren.
Hier sind die Gründe, warum du von dem Vorhaben Abstand nehmen solltest:
1. Das Problem der Befestigungsart (Flachbund vs. Kegelbund)
Deine RAV4-Felgen sind für Flachbundmuttern mit Zentrierkranz ausgelegt. Das bedeutet:
Die Bohrung in der Felge für den Bolzen ist meist exakt auf den Schaft des Flachbunds abgestimmt.
Die Felge wird über diesen Schaft zusätzlich zentriert und flächig fixiert.
Ein M14-Kegelbund würde in dieser Bohrung gar nicht (oder nur punktuell an der Kante) greifen. Die Felge wäre nicht sicher befestigt, da der Kegel nicht in den Flachbundschacht passt. Das Rad hätte ein massives Spiel und würde sich bei der ersten Fahrt lösen.
2. Die mechanische Unmöglichkeit von "Adaptern"
Die von dir erwähnten "Gewindebolzen-Adapter" oder "Madenschrauben" (wie sie oft als Werkzeug-Adapter bei KS Tools für Messzwecke oder als Umrüstsätze für Rennsport-Stehbolzen auf China-Portalen zu finden sind) sind hier nicht anwendbar:
Stehbolzen-Umbau: Du könntest theoretisch M14-Stehbolzen in den BZ4X schrauben, die am Ende ein M12-Gewinde haben. Aber: Das löst nicht das Problem, dass die M14-Nabe eine größere Bohrung an der Felge erfordert und der Sitz (Flachbund) nicht zum Kegelbund-Bolzen passt.
Adapterplatten: Diese müssten ca. 20–25 mm dick sein, um eigene Bolzen unterzubringen. Das verändert die Einpresstiefe (ET) so massiv, dass die Räder aus dem Radkasten stehen würden, was nicht nur unzulässig, sondern technisch bei der Fahrwerksgeometrie des BZ4X problematisch ist.
3. Warum die Felgen "schön" sind, aber nicht passen
Das Kernproblem ist nicht der Lochkreis, sondern die Sitzgeometrie. Die RAV4-Felgen sind spezifisch für die M12-Flachbundbefestigung konstruiert. Selbst wenn du eine Hülse drehen lassen würdest, um das M14-Loch auf M12 zu verengen, hättest du keinen korrekten Kraftschluss für die Radmuttern. Der Aufwand, das fachgerecht (und materialtechnisch sicher) zu lösen, übersteigt den Wert eines Satzes gebrauchter Felgen bei weitem.
Empfehlung
Da du die Optik der Felgen magst, aber das "Aufbrauchen" der Reifen im Fokus steht:
Der "beste" Weg: Lass die Reifen der RAV4-Felgen auf die originalen BZ4X-Felgen (oder einen passenden Felgensatz für den BZ4X) umziehen. So hast du die Gummis verwertet, ohne Sicherheitsrisiken einzugehen.
Der "schmerzhafte" Weg: Verkaufe die RAV4-Felgen (vielleicht findet sich im RAV4-Forum ein Abnehmer) und investiere den Erlös in einen gebrauchten, passenden Satz Felgen für den BZ4X.
Ich weiß, das ist nicht die Antwort, die du dir erhofft hast, aber bei der Radbefestigung hört der Spaß auf – besonders bei einem schweren Elektro-Fahrzeug wie dem BZ4X, das durch das hohe Drehmoment die Radbefestigung ohnehin stärker belastet als ein klassischer Verbrenner.
Wie sieht es bei dir aus – hast du schon mal geschaut, was ein Satz passender gebrauchter Felgen für den BZ4X auf dem Gebrauchtmarkt kosten würde, um den Wertverlust durch den Reifenwechsel zu kompensieren?
(Sorry - konnte ich mir nicht verkneifen)