Ich finde ein Auto unpraktisch, das bestimmt, wann ich es lade. Dass der Ladestrom bei 80 % geringer ist als bei 20 %, ist mir klar, liegt an den Eigenarten der Batterie. Wenn ich aber lieber heute lade mit 30 oder 40 %, anstatt morgen auf der Tour kurz nach dem Start an einer Ladesäule zu stehen, ist die Ladegeschwindigkeit dieses Autos nun mal ein Problem. Ich kann nicht zu Hause laden, bin also auf öffentliche Ladesäulen angewiesen. Das ist für mich kein Hindernis, ein eAuto angeschafft zu haben. Ich möchte jedoch dann Laden, wenn ich Zeit dafür habe und nicht, wann es mir mein Auto vorschreibt.
Es sprechen für mich mindestens 2 Dinge gegen ein Runterfahren auf 10 oder 15 %:
Es muss eine passende Ladesäule meines Anbieters erreichbar sein, wenn der Akku auf 10 % runter ist. Wenn jemandem der Preis egal ist, hat man kein Problem, eine Säule zu finden. Ich möchte kein Geld verschenken, also klappt das optimale Erreichen der Ladesäule selten zu einer Säule des passenden Anbieters. Hinzu kommt, dass man sich auf die Reichweitenanzeige nicht verlassen kann und als Alleinfahrer die Zielsäule nicht einfach umswitchen kann (nicht ohne anzuhalten und ohne Hilfe einer Fremdapp). Alternativ braucht man einen erfahrenen Beifahrer, den zu haben jedoch nicht Standard ist.
Es macht keinen Spaß, den Wagen auf 10 % runterzufahren. Ich musste einmal bei 0 % noch ca. 4 km fahren. Die Leistungseinschränkungen gingen recht früh los, die km-Anzeige schmolz nur so dahin. Ich möchte dieses Erlebnis nicht noch einmal haben.
Toyota kann Autos bauen - allerdings keine eAutos. Vielleicht ist das Facelift besser, das habe ich aber nicht. Softwaremäßig ist es Grotte; ein IT-Werksstudent im 3. Semester würde das vermutlich besser programmieren können. Ob Toyota an die ehemaligen Kunden denkt, mit denen sie bereits ihr Geld verdient haben und Updates mit Verbesserungen nachliefert - als langjähriger Toyota-Fahrer habe ich da so meine Zweifel. Dass das Auto OTA kann, scheint man auch vergessen zu haben. Zu wissen, dass nur eine warme Batterie gut lädt, eine Heizung einzubauen, die aber erst mit Fremdstrom funktioniert, zu wissen, dass das Erwärmen des Akkus lange dauert - und trotzdem keine Vorkonditionierung mit der vorhandenen Heizung ermöglicht, ist für mich Unfähigkeit.
Man darf jedoch nicht vergessen, dass das Auto vergleichsweise „günstig“ war. Ein vergleichbares Fahrzeug eines anderen Anbieters mit der Ausstattung und der Batteriegröße wäre m.W. teurer gewesen (außer ein Tesla). Ich halte das Auto nicht grundsätzlich für einen Fehlkauf, bin jedoch von dem Pionier des Hybridantriebs, der unendlich Erfahrung mit Batterien in einem Auto haben sollte, enttäuscht.