Noch eine Überlegung zur Diskrepanz zwischen WLTP- und dem Real-Verbrauch:
Laut Angabe im CoC-Dokument zum bZ4X FWD beträgt der maßgebliche Wert für den Rollwiderstand f0= 86N. Wenn man das über den WLTP Zyklus nachrechnet bzw. nachsimuliert, erhält man einen Rollreibungskoeffizienten CR = 4,21 * 10-3 .
Wenn man jetzt mal schaut, was die besten, ohne Waffengewalt derzeit käuflich erwerbbaren Reifen für einen Rollwiderstand bieten, kommt man auf einen CR = 5,58 bis 5,13 * 10-3 . Jetzt dürfen wir mal unterstellen, dass auch Toyota die für den bZ4X zugelassenen Reifendimensionen und Felgen verwendet und sich auch der Produkte der Reifenhersteller bedient. Was an Optimierungen bleibt, und das unterstelle ich Toyota an dieser Stelle mangels anderer greifbarer Erklärungen, ist, dass Reifen mit geringstem Rollwiderstand selektiert werden und mit dem maximal zulässigen Druck (z.B. 3,5 bar) gefahren werden sowie zusätzlich abgerauht werden (also bis auf Mindestprofiltiefe abgeschliffen werden). Mit diesen Maßnahmen erreicht man den geringst-möglichen Rollwiderstand.
In den Tests (der Norweger und anderen Tests, sowie natürlich wir normalen Nutzer) halten uns an die Herstellerempfehlung bzgl. Reifendruck von (ich glaube) 2,6 bar. Ich kann mir gut vorstellen, dass dadurch die etwa 22% Rollwiderstandsminderung der von Toyota beim WLTP Test verwendeten Reifen gegenüber den Serienreifen mit Normaldruck erreicht werden können - bei Verwendung von Reifen, die schlechtere Werte bzgl. Rollwiderstand aufweisen, noch neu und mit vollem Profil dastehen oder gar Reifen in Rollwiderstandsklasse "B" wird der Unterschied noch größer sein und eben auch die resultierenden Verbrauchs-Abstände zu den WLTP Werten.
Leider haben die Hersteller im ansonsten fest vorgegebenen WLTP-Prozedere genau mit der Reifenwahl und deren Präparation auf den WLTP-Test eine Spielwiese für Tuning-Maßnahmen, die fern von realen Bedingungen beim Verbraucher und Nutzer der Fahrzeuge liegen ....
Anbei zum Thema mal ein Dokument zu Rollwiderständen einiger Reifenfabrikate im Vergleich, ohne Werbung für irgendeinen Hersteller machen zu wollen. Es ist leider extrem schwer an brauchbare Angaben zu kommen ... Die berühmten EU-Reifenlabel mit den Klassifizierungen "A", "B", "C" etc. sind viel zu grob um den besten Reifen für ein E-Auto, wo diese Charakteristik besonders wichtig ist, auswählen zu können.
MICHELIN E PRIMACY - Auto Reifen Offizielle Website MICHELIN Deutschland.pdf
Das Dokument gibt eine Übersicht in welchem Bereich sich die Rollwiderstände bewegen, geringerer CR-Wert ist besser, im Dokument angegeben in Einheit kg/t, was nichts anderes ist als 1kg/1000kg also Faktor 10-3