Hallo JOBToy,
Sicherlich wollen alle Hersteller mit ihren Produkten "gut aussehen" - wenn ein zu hoher WLTP-Verbrauchswert angegeben wird und die Konkurrenz bessere Werte zeigt, ziehen möglicherweise potentielle Kunden das Auto nicht in Erwägung. Andererseits gibt es Enttäuschungen und lange Gesichter wenn ein nach WLTP-Werten extrem sparsames Auto dann in Realita die Versprechungen nicht einhalten kann. Insofern ist es schwierig die richtige Balance zu finden.
Wie ich in meinem Beitrag #163 zu beschreiben versuchte, profitiert wohl der bZ aufgrund seines relativ niedrigen Gewichts und der einigermaßen vernünftig gewählten Raddimensionen insbesondere vom niedrigen WLTP-Geschwindigkeitsdurchschnitt. Die Aerodynamischen Widerstände kommen bei niedrigen Geschwindigkeiten nicht so stark zum Tragen, es dominiert der Rollwiderstand.
Hier sind einige Konkurrenten im Nachteil, Beispiel VW Konzern mit den MEB Produkten (ID.4, ID.5, Enyaq, Q4 e-tron: große Batterie von 82kWh und Leergewicht 2110kg, Bereifung 235/55 R19 vorne + 255/50 R19 hinten
Das erzeugt höhere Rollwiderstände und die sind bis unterhalb 80 km/h dominierend. Da in diesem niedrigen Geschwindigkeitsbereich überwiegend (Durchschnitt WLTP liegt bei etwa 50km/h) gemessen wird, resultieren für die MEB Produkte (und auch einige andere "schwerere Kisten") eben höhere WLTP-Werte und somit fällt der Unterschied zu Verbräuchen bei höheren Geschwindigkeitsprofilen nicht so stark aus.
Ab etwa 90km/h und höher dominiert der Luftwiderstand, und da ist der bZ aufgrund seines nicht sooo tollen Cd-Wertes von 0,28 und der nicht ganz kleinen Stirnfläche im Nachteil und verbraucht dann ähnlich wie die Konkurrenz. Das ist ja garnicht mal schlecht, ich hatte ja im ranking nach Verbrauch bei 300km dargestellt dass der bZ an 13. Stelle im Mittelfeld steht, also nicht besonders toll aber auch absolut nicht schlecht ist (zumal wenn man betrachtet das etwa die Hälfte der besser liegenden Autos eher der Coupe-Form angehören und/oder kleinere Stirnflächen bzw. Fahrzeuggröße aufweisen).
Toyota wäre wohl gut beraten gewesen das "Reifen-Tuning" zu unterlassen, vielleicht sogar eher mittelmäßige Reifen der EU-Label Kategorie "B" oder "C" zu verwenden mit korrektem oder gar leicht abgesenktem Reifendruck - das hätte den Alltagsbedingungen viel mehr entsprochen und die Diskrepanz zwischen WLTP-Werten und der realen Welt wären geringer ausgefallen ....
Für uns Käufer des bZ bleibt die Einsicht, dass wir ein tolles, relativ verbraucharmes (für die Größe!) E-Auto für die Stadt und bei gemäßigten Überlandfahrten haben - aber auf der Autobahn aufgrund der kleineren Batterie uns bei höheren Geschwindigkeiten relativ schnell der Saft ausgeht ![]()