Ich hatte die Gelegenheit zu einer mehrstündigen Testfahrt mit einer Allradversion des Bz4X. Es handelte sich um das neueste Modell. Wie schon beim Vorgänger ist der Antrieb sehr angenehm. Die Qualitätsanmutung der Karosserie und des Innenraums ist deutlich verbessert. Das lästige Pfeifen an den hinteren Türen ab 100 km/h war nicht mehr vernehmbar. Es kommt auf der Autobahn von hinten nur ein leichtes Rauschen ans Ohr. Es sind fast keine Geräusche des Fahrwerks vernehmbar. Die Bedienung ist recht einfach, die Übersicht nach vorne und seitlich gut. Der hochgesetzte Instrumententräger entspringt dem unsäglichen Sparfimmel von Toyota, um ein Headup-Display zu sparen. Gleiches trifft auch für die Stange zum Aufhalten der Motorhaube zu. Selbst bei Dacia gibt’s serienmäßig Gasdruckfedern. Die Radkasten sind im Kofferraum weiterhin mit ungeschütztem, kratzempfindlichem Kunststoff verkleidet. Einen Frunk gibt es nicht. Die Ladekabel müssen nach wie vor in den Kofferraum. Der Federung ist besser als beim Vorgänger, aber immer noch recht mitteilsam über den Straßenzustand. Man kann’s einfach nicht besser. Es ist aber erträglich. Vor allem ist die Karosserie nicht in ständiger Bewegung. Sehr angenehm empfand ich die geringe Seitenneigung in Kurven (war schon beim Vorgänger so) und das gute, direkte Lenkgefühl. Die Bestuhlung vorne ist angenehm, die elektrische Sitzverstellung sehr gut. Hinten sitzt man erwartungsgemäß tief und deshalb mit angewinkelten Beinen. Für die Langstrecke möchte ich dort nicht verweilen. Dafür hat man einen üppigen Knieraum. Als lästig empfinde ich das oft grundlose Gebimmel. Warum muss gebimmelt werden, wenn ich anfahre oder sich die vorgeschriebene Geschwindigkeit ändert, egal ob eine höhere oder niedrigere Höchstgeschwindigkeit erlaubt wird? Innerorts mit dem ständigen Wechsel 30/50 km/h erfolgt ein andauerndes, wenn auch recht dezentes Bimmeln. Eine gescheite Software sollte mit einem Tastendruck erlauben, nach dem Start alle unerwünschten Warnhinweise abzuschalten, die man zuvor in einer Konfiguration ein für allemal definiert hat. Ob und wie einfach das Abschalten funktioniert, konnte ich nicht ausprobieren. Wenn ich bei Toyota bleiben will, müsste ich die Kröten schlucken. Die Kröten auf meinem Konto gingen dann Toyota.
Beiträge von Nepomuk78
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Das werde ich nach der Testfahrt auch tun.
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Ich hatte das «alte» Modell vor mehr als einem Jahr zur Probe gefahren. Was da geboten wurde, war unterirdisch. Der Elektromotor: sehr gut. Der Rest incl. Software und Karosseriequalität konnte in keiner Weise überzeugen. Deshalb lehnte ich den Kauf trotz guter Konditionen ab. In 2 bis 3 Wochen werde ich die Gelegenheit bekommen, das neue Modell einen Tag lang zu testen. Ich bin sehr gespannt.
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Ich fahre z.Z. einen RAV4 PHEV und in meinem seltenen Kurzstreckenverkehr stets rein elektrisch. Da sind die Verbrauchsschwankungen schon recht groß. Mal sind es 15kW, mal 22kW/100km. Lasse ich die Verbrauchsanzeige über Wochen unberührt, pendelt sich der Verbrauch zwischen 19 und 20kW ein.
Im Hybridmodus zeigt sich das gleiche Bild: nach dem Nullen der Anzeige anfangs ein hoher Verbrauch von 7 Liter/100km; lässt man die Anzeige längere Zeit unangetastet, pendelt sich der Verbrauch auf der Langstrecke im Sommer bei 5,2 Liter/100km ein, im Winter bei 5,4.
Es nutzt also nichts, Einzelmessungen über eine kurze Distanz zu betrachten und zu vergleichen, sondern Durchschnittswerte über lange Strecken, weil der Verbrauch von vielen Parametern beeinflusst wird: Fahrweise, Temperatur, Streckenprofil, zusätzliches Gewicht, Rollwiderstand (Reifendruck!), Regen, Wind.
Sobald der neue bz4x zur Probefahrt bereitsteht, werde ich mich entscheiden, ob ich auf den bz4x wechsle. Die Probefahrt im vergangenen Jahr konnte mich nicht überzeugen.